Andreas Geil
AG Kommunikation
QuRec Pressebüro Berlin
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Erschreckende Bilder zeigte Werner Zeppenfeld in der ARD-Sendung Weltspiegel der schockierten deutschen Öffentlichkeit. In Agbogbloshie, einem Vorort von Ghanas Hauptstadt Accra, landet Elektroschrott aus aller Welt. Nach der Schule holen sich Kinder Monitore, um Edelmetalle herauszulösen. Umhüllt von giftigem Rauch trennen sie Kupfer und Plastik. So ruinieren sie ihre Gesundheit und die Umwelt.
Ein Video des Berichtes finden Sie hier.
QuRec – das bundesweite Netzwerk für Qualität im Recycling beschäftigt sich bereits seit seiner Gründung im August 2009 mit den Folgen der nicht fachgerechten Entsorgung von Elektroaltgeräten und bietet Alternativen.
So rief das Netzwerk QuRec am 21.08.2010 bundesweit die Bürger auf, ihre Fernseh-Altgeräte bei den Partnerunternehmen des Netzwerks direkt vor Ort zu entsorgen. Die Recyclingunternehmen im Netzwerk QuRec verfügen allesamt über professionelle Aufbereitungsanlagen, die z.B. in der Lage sind, die im Bildröhrenglas enthaltenen Schadstoffe wie Blei, Barium, Bor und Zink, die Leuchtschicht und Schwermetallverbindungen fachgerecht zu entfernen. Der nichtmagnetische Rest, also Kupfer, Aluminium, Messing und Kunststoffe, werden dann möglichst sortenrein wiederaufbereitet.
Hans-Jürgen Richter, Geschäftsführer der TDE-Recycling GmbH, bekundete zum Aktionstag: „Da wir stets nah am Bürger in der Region sind, haben wir gerne bei dieser QuRec-Aktion mitgewirkt. Eingebettet in einen Tag der offenen Tür mit entsprechendem Rahmenprogramm, haben wir Kontakte vertieft und erneut unsere Kompetenz, unterstützt durch die QuRec-Netzwerkmitgliedschaft, bürgernah präsentieren können.“

Auch Carsten Eichert, Geschäftsführer der ENCROS GmbH und Koordinator von QuRec fand „die Aktion vollends gelungen. Bei den bundesweit beteiligten Standorten haben die Bürger die Chance genutzt, ihre alten Fernseher direkt beim Fachmann abzugeben. Damit ist die sichere und qualitativ hochwertige Aufarbeitung der Altgeräte möglich, ohne dass irgendwelche Umwege genommen werden.“
Durch fachgerechtes Recyceln tragen Verbraucher somit direkt zum Umweltschutz bei.
Seit dem Basler Übereinkommen von 1989 besteht ein rechtlicher Rahmen für die Abfallverbringung. Ziel dieser Übereinkunft ist die Umsetzung eines weltweiten umweltgerechten Abfallmanagements. Die Gesetze wie auch die Kontrollen über deren Einhaltung greifen bislang jedoch nur mangelhaft. So boomen illegale Entsorgungswege vor allem ins Ausland und es besteht ein harter Wettbewerb um die Rohstoffe. Dies geht zu Lasten seriöser und gesetzeskonform arbeitender Recyclingbetriebe, deren Kapazitäten unausgelastet verbleiben, die jedoch gegen die Preise dieser „Konkurrenten“ machtlos sind.

Der Export von Elektroschrott ist in Deutschland verboten. Trotzdem gelangen allein von hier aus jährlich ca. 150.000 Tonnen - als Secondhand Geräte deklariert - in Entwicklungs- und Schwellenländer. Die Schwierigkeit für die Zollbeamten bei der Kontrolle beginnt bereits damit, dass Neu-, Alt- und Gebrauchtgeräte nicht mit unterschiedlichen Zollnummern gekennzeichnet werden. Zudem gibt es keine rechtsverbindliche Definition, was Abfall und was Secondhand-Ware ist. Ein strengeres Gesetz hierzu soll 2012 verabschiedet werden. Bis dahin werden aber noch schätzungsweise 300.000 Tonnen Elektroschrott illegal das Land verlassen.
Im Empfängerland angekommen, kann im Vergleich zu Deutschland nur ein Bruchteil der Rohstoffe wiedergewonnen werden, denn es fehlt an entsprechender Infrastruktur. Zudem landet der Elektroschrott selten in einem Recyclingbetrieb.
In Agbogbloshie, einem Vorort von Ghanas Hauptstadt Accra, werden wie in dem genannten Bericht gezeigt, die leicht zugänglichen Metalle aus dem Elektroschrott von Kindern herausgelöst. In Ermangelung von Werkzeugen werden die Gehäuse entweder mit Steinen zertrümmert oder Ummantelungen verbrannt, um an die wertvollen Rohstoffe zu gelangen. Die freigesetzten Schwermetalle und Edelgase gefährden dabei nicht nur massiv die Gesundheit der Kinder, sondern verschmutzen zudem Luft, Wasser und Boden. Darüber hinaus gehen wertvolle Edelmetalle verloren.
Eine Alternative zu diesen erschreckenden Missständen bietet das Netzwerk QuRec mit seinen Partnern. „Nur mit einer funktionierenden Sammlung und der möglichst direkten Einbindung von Experten für die Aufbereitung von E-Schrott kann es gelingen, den Abfluss von Altgeräten und damit den Abfluss von Werkstoffen zu minimieren“, so Carsten Eichert, Geschäftsführer der ENCROS GmbH und Koordinator von QuRec. „Wir seitens ENCROS unterstützen unter anderem Sammler und Recycler in Brasilien. Wir zeigen Ihnen, die Elektrogeräte sinnvoll zu demontieren. Für die entstehenden Fraktionen zeigen wir ihnen profitable Vermarktungswege auf. Ein Teil der sehr werthaltigen Ware wird nach Europa exportiert, um hier mit möglichst geringem Verlust aufgearbeitet zu werden.“
Die hieraus gewonnenen Edelmetalle können später wieder als Basismetall für die Industrie verwendet werden. Das ist ein attraktiver Vorteil für die rohstoffhungrige deutsche Industrie und schützt gleichzeitig unsere Umwelt und die Beschäftigten vor Schäden.
"Da wir stets nah am Bürger in der Region sind, haben wir gerne bei dieser QuRec-Aktion mitgewirkt..." Geschäftsführer TDE: Dipl.-Ing. Hans-Jürgen Richter
Allerdings ist das fachgerechte Recyceln von Elektroschrott teuer. So gibt es immer wieder schwarze Schafe, die nicht nur die Recyclingkosten sparen, sondern zusätzlich durch den Verkauf an Abfallexporteure Gewinne erzielen wollen.
Nachbesserungen der Gesetze allein reichen nicht, um die illegalen Schrottexporte und die damit verbundenen Gesamtschäden einzudämmen. Vielmehr ist hier das gemeinsame Handeln mehrerer Akteure, angefangen bei Regierungen, Herstellern, Verbrauchern und Recyclern, notwendig.
Die Bedeutung von lokaler Sammlung ergibt sich für Deutschland nicht nur aus dem Gewinn wertvoller Rohstoffe und deren Wiederverwertung. Vielmehr sind die Vorteile auf globaler Ebene zu sehen: in sozialer, ökologischer und volkswirtschaftlicher Hinsicht.
Das Netzwerk QuRec und seine Partner stehen in diesem Zusammenhang als Garant für seriösen und verantwortungsbewussten Umgang mit der Umwelt und den Rohstoffen von Morgen. Die Türen der Partner sind offen, um sich über die fachgerechte Entsorgung zu informieren.
Adressenliste der Partner, bei denen Verbraucher sich informieren/Schrott entsorgen können
Über QuRec:
QuRec ist ein bundesweites Netzwerk von Recyclingunternehmen für elektrische und elektronische Altgeräte. QuRec entwickelt Instrumente, die Unternehmen der Recyclingwirtschaft in die Lage versetzen, durch hochwertige Aufbereitung von Elektroaltgeräten, ein Maximum an Rohstoffen zurückzugewinnen. Verbrauchern bietet QuRec einen unabhängigen Informationsdienst, der ihnen kompetente Beratung für optimale und kostenlose Recyclingmöglichkeiten von Elektroaltgeräten zur Seite stellt. Neben diesem Informationsdienst organisiert QuRec Aktionen, wie z.B. die bundesweite Sammelaktion von alten TV-Geräten nach der WM, die bedingt durch die Neuanschaffungen vor der Fußballweltmeisterschaft, ausrangiert wurden. Für die Netzwerkpartner übernimmt QuRec die Kommunikation der jeweiligen Fachkompetenz: QuRec Partner übernehmen die Verantwortung für die Altgeräte.
Nach ihrer Sammlung und fachgerechter Trennung der einzelnen Materialien, sorgen sie dafür, wiederverwertbare Ressourcen zurück in Produktionskreislauf zu geben und verbliebene Rest- und Schadstoffe einer sicheren Entsorgung zuzuführen.
Der QuRec Themendienst:
Seit Mai 2010 bietet QuRec einen Themendienst für Medienvertreter und Multiplikatoren an. Fachgerecht aufbereitete Informationen zu Themen wie: Was kostet eigentlich die Elektrogeräteaufbereitung? Was hat Recycling mit CO2 Einsparung zu tun? Wie viele Kilometer fährt der Joghurtbecher, bis er wieder zu Rohstoffen wird? u.v.a. können über QuRec bezogen werden. Jedes Thema wird von einer kurzen Geschichte von Qurt, der eigens für QuRec entwickelten Comicfigur, begleitet. Qurt greift die Themen in verständlicher Weise auf, erklärt wozu eine fachgerechte Entsorgung notwendig ist und welche Vorteile eine Abgabe bei spezialisierten Recyclingunternehmen mit sich bringt.
Kontakt, Registrierung für den QuRec Themendienst und weitere Informationen:
Andreas Geil
QuRec Pressebüro Berlin
Schönfließerstr. 18, 10439 Berlin
Tel.: 030 - 4000 3306
Fax :030 - 4000 3337
Mobil +49 - 173 203 7218
E-Mail: presse@qurec.de
Web: www.qurec.de
Als Faustregel gilt: alle Geräte, die an die Steckdose angeschlossen werden oder batteriebetrieben laufen, dürfen nicht in den Hausmüll gegeben werden, sondern gehören auf den Recyclinghof. Neuere Geräte sind dazu mit einem durchgestrichenen Mülleimer gekennzeichnet.
Alte Geräte können wieder aufgearbeitet werden.
Noch funktionstüchtige Bauteile können für Reparaturen wiederverwendet werden. Das sind beim Computer meist Prozessor, Speicherchips, Festplatten, Diskettenlaufwerke oder Netzteile.
Was passiert mit dem Rest?Gemeinsam mit den Unternehmen Dr. Brüning Engineering, Gebr. Koch GmbH & Co. KG und dem Institut für Distributions- und Handelslogistik (IDH) startet das Braunschweiger Unternehmen ELPRO Elektronik Produkt Recycling GmbH im Rahmen eines ZIM-Kooperationsprojektes die Entwicklung eines gesetzeskonformen Behältertyps für Elektroaltgeräte. Der zu entwickelnde Prototyp soll erstmals zur einer zerstörungsfreien Sammlung und einer sich anschließenden Beförderung von Bildschirm-Altgeräten führen, so dass diese ohne Umweltgefahren einer Wiederverwendung bzw. Verwertung im Sinne einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft zugeführt werden können.
Bislang hat sich nach Inkrafttreten des ElektroG bei der Sammelgruppe 3 (insbesondere bei Bildschirmgeräten) trotz klaren Vorgaben mangels geeigneter Behältersysteme eine Entsorgungspraxis etabliert, die in vielen Punkten den Vorgaben des Gesetzes widerspricht. So werden Bildschirmgeräte i. d. R. weder separat noch bruchsicher erfasst, die Geräte werden oft durch unsachgemäße Transport- und Umladevorgänge beschädigt und zuletzt werden volle Sammelcontainer beim Erstbehandler i.d.R. abgekippt, so dass es insgesamt zu erheblichen Beschädigungen der angelieferten Geräte kommt. Dies führt nicht nur zu einem erhöhten Zerstörungsgrad, sondern auch die Gefahr der Freisetzung von Schadstoffen, wie z. B. von Quecksilber, nimmt weiter zu.
Das Projekt wird im Rahmen des Programms „Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM)“ gefördert und hat eine Laufzeit von 15 Monaten.
Quelle: europaticker, 13.09.2010
Webseite des innovativen QuRec-Partnerunternehmens
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